
Ratgeber · Stand Oktober 2026
Was kostet IT-Betreuung für kleine Unternehmen?
Stundensatz, Pauschale pro Arbeitsplatz oder Stundenkontingent – welche Preise am Markt üblich sind, wovon sie abhängen und wie Sie Angebote richtig vergleichen.
Von Ibrahim Köroglu, Inhaber von IT & Marketing, Ludwigshafen
Kurz zusammengefasst
- Stundensatz: für Standard-IT-Service typischerweise 90–140 € netto, für Spezialthemen 160–220 € netto.
- Pauschale (Managed IT): meist 50–90 € netto pro Arbeitsplatz und Monat, Server oft zusätzlich 150–400 € pro Monat.
- Gesamte IT-Kosten inklusive Lizenzen und Hardware liegen in vielen Betrieben bei grob 150–220 € pro Arbeitsplatz und Monat.
Alle Werte sind typische Marktpreise in Deutschland, Stand 2026, zzgl. MwSt. Sie dienen der Orientierung und sind keine Preisliste von IT & Marketing.
Die drei üblichen Abrechnungsmodelle
1. Stundensatz nach Aufwand
Der Klassiker: Sie rufen an, wenn etwas nicht funktioniert, und zahlen die tatsächlich geleistete Zeit. Für Standard-Tätigkeiten wie Arbeitsplatz-Einrichtung, Druckerprobleme oder Postfach-Fragen liegen die Stundensätze in Deutschland meist zwischen 90 und 140 € netto. Laut einem Preisspiegel des IT-Verbunds Synaxon, über den das Fachportal IT-Business berichtete, liegt der bundesweite Durchschnitt für eine Standard-Technikerstunde inzwischen über 100 € netto. Für Spezialisten – etwa bei Cybersecurity, NIS-2 oder komplexer Microsoft-365-Architektur – werden häufig 160 bis 220 € netto pro Stunde berechnet. Abgerechnet wird oft im 15-Minuten-Takt, Anfahrt und Einsätze außerhalb der Geschäftszeiten kosten in der Regel extra.
Vorteil: keine Fixkosten. Nachteil: Die Kosten sind schwer planbar, und der Dienstleister verdient vor allem dann, wenn etwas kaputtgeht. Vorbeugende Arbeit wie Updates oder Backup-Kontrollen bleibt deshalb oft liegen.
2. Pauschale pro Arbeitsplatz (Managed IT)
Bei diesem Modell zahlen Sie einen festen Monatsbetrag pro Arbeitsplatz. Enthalten sind meist Monitoring, Patch-Management, Virenschutz-Überwachung, Backup-Kontrolle und der Support für Anwender. Am Markt liegen solche Festpreise 2026 typischerweise zwischen 50 und 90 € netto pro Arbeitsplatz und Monat. Sehr günstige Angebote ab rund 30 € decken häufig nur ein Self-Service-Portal und Fernwartung ab. Server, Firewalls und Netzwerkkomponenten werden oft getrennt berechnet – für einen Server sind 150 bis 400 € im Monat üblich.
Vorteil: planbare Kosten, und der Dienstleister hat ein eigenes Interesse daran, dass Ihre IT stabil läuft. Nachteil: Sie zahlen auch in ruhigen Monaten.
3. Stundenkontingent
Ein Mittelweg: Sie kaufen vorab ein Paket von zum Beispiel 10 oder 20 Stunden zu einem etwas günstigeren Satz und rufen es nach Bedarf ab. Das eignet sich für kleine Büros, die selten Unterstützung brauchen, aber nicht jedes Mal einzeln beauftragen wollen. Wichtig ist, ob nicht genutzte Stunden verfallen oder übertragen werden.
Wovon der Preis abhängt
Zwei Angebote mit „IT-Betreuung“ im Titel können sehr unterschiedliche Leistungen meinen. Diese Faktoren bestimmen den Preis am stärksten:
- Anzahl der Arbeitsplätze und Geräte – inklusive Notebooks, Smartphones und Druckern.
- Server und Standorte – ein eigener Server oder ein zweiter Standort erhöht den Aufwand deutlich.
- Reaktionszeiten (SLA) – eine garantierte Reaktion innerhalb von vier Stunden kostet mehr als „nächster Werktag“.
- Sicherheitsanforderungen – Kanzleien, Arztpraxen und Steuerberater haben strengere Vorgaben an Datenschutz, Verschlüsselung und Protokollierung.
- Zustand der IT – eine gewachsene, undokumentierte Umgebung braucht zu Beginn mehr Zeit als eine aufgeräumte.
- Vor-Ort-Anteil – vieles geht per Fernwartung, Hardware-Tausch und Verkabelung nicht.
Vergleichen Sie Angebote deshalb nie nur über den Preis pro Arbeitsplatz. Fragen Sie konkret nach: Welche Geräte sind abgedeckt? Ist der Server enthalten? Wie schnell reagiert der Dienstleister, und wie oft werden Backups tatsächlich auf Wiederherstellbarkeit geprüft? Ein Angebot mit 60 € pro Arbeitsplatz, das Server, Firewall und Backup-Kontrolle einschließt, kann am Ende günstiger sein als eines mit 45 €, bei dem diese Punkte einzeln nach Stunden abgerechnet werden.
Beispielrechnung: Büro mit 5 und mit 15 Arbeitsplätzen
Beispiel mit Marktpreis-Annahmen (Stand 2026, netto). Kein Angebot – die tatsächlichen Kosten hängen von Ihrer Umgebung ab.
Kleines Büro, 5 Arbeitsplätze, kein eigener Server
- Managed-IT-Pauschale: 5 × 50–90 € = 250–450 € im Monat
- Microsoft 365 Business Standard: Listenpreis seit Juli 2026 14 US-Dollar je Nutzer und Monat bei Jahresbindung, in Euro in ähnlicher Größenordnung – für 5 Nutzer grob 70 € im Monat
- Ergebnis: rund 320–520 € im Monat für Betreuung und Lizenzen
Zum Vergleich auf Stundenbasis: Die Betreuung allein kostet in diesem Beispiel 250–450 € im Monat. Fallen drei bis vier Stunden Support an, liegen Sie bei 90–140 € Stundensatz ähnlich hoch – nur ohne laufendes Monitoring, Updates und Backup-Kontrolle.
Mittleres Büro, 15 Arbeitsplätze, ein Server
- Managed-IT-Pauschale: 15 × 50–90 € = 750–1.350 € im Monat
- Server-Betreuung: 150–400 € im Monat
- Microsoft 365 Business Standard für 15 Nutzer: grob 210 € im Monat
- Ergebnis: rund 1.110–1.960 € im Monat
Hinzu kommen je nach Bedarf Hardware, eine Firewall mit Wartungsvertrag, Cloud-Backup-Speicher und einmalige Projektkosten, etwa für eine Migration oder neue Verkabelung.
Versteckte Kosten, auf die Sie achten sollten
- Anfahrt und Fahrzeit, die separat abgerechnet werden
- Zuschläge für Notfälle, Abende und Wochenenden
- Einrichtungs- oder „Onboarding“-Gebühren zu Vertragsbeginn
- Lizenzen, die nicht im Pauschalpreis enthalten sind
- Projekte wie Server-Tausch, die nicht unter die Pauschale fallen
- Lange Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen
- Fehlende Dokumentation – wird sie erst beim Anbieterwechsel erstellt, zahlen Sie doppelt
Die teuersten Kosten tauchen allerdings in keinem Angebot auf: ein Arbeitstag Stillstand, weil ein Backup nie getestet wurde, oder ein verschlüsselter Server nach einem Phishing-Klick. Gute Betreuung ist deshalb vor allem Vorsorge.
Woran Sie einen guten IT-Dienstleister erkennen
- Ein fester Ansprechpartner, der Ihre Umgebung kennt
- Ein transparentes Angebot, das Leistungen und Ausschlüsse klar benennt
- Eine Bestandsaufnahme vor dem Angebot statt eines Preises „auf Zuruf“
- Dokumentation Ihrer IT, die Ihnen gehört
- Regelmäßig getestete Backups, nicht nur eingerichtete
- Erfahrung mit Ihrer Branche und deren Datenschutzanforderungen
- Erreichbarkeit in der Region, wenn es vor Ort sein muss
Mehr zu unseren Leistungen finden Sie unter IT-Support, IT-Wartung und Microsoft 365. Für Kanzleien, Praxen, Handwerk und Vereine gibt es eigene Branchenseiten.
Was kostet es bei Ihnen konkret?
Wir arbeiten ohne pauschale Listenpreise und erstellen Angebote nach Umfang und Zustand Ihrer IT. Am schnellsten kommen Sie über den kostenlosen Digital-Check zu einer ersten Einschätzung. Oder Sie schreiben uns direkt – wir betreuen Betriebe in Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg und der gesamten Region Rhein-Neckar.
Häufige Fragen zu IT-Kosten
Kurz und ehrlich beantwortet
Klarheit über Ihre IT-Kosten?
Machen Sie den kostenlosen Digital-Check und erhalten Sie eine persönliche Auswertung mit Empfehlungen.
Digital-Check starten